Hat KI die bessere Schreibe auf dem Kasten?

Hohe sprachliche Kompetenz aber wenig Empathie und Kontextbewusstsein nur am Rande. Von Humor oder gar Ironie ganz zu schweigen. Die grossen Sprachmodell, die künstliche «Intelligenz» haben die Schreibzunft ganz gehörig ins Schwitzen gebracht. In der Datenanalyse, in der Grundlagenrecherche, bei schnellen Texten und Routineaufgaben liefert die KI Ergebnisse in Sekundenbruchteilen, während der Mensch dafür Stunden oder gar Tage benötigt.

Doch beim genauen Hinschauen ist die schöne neue Welt (noch) nicht ganz perfekt. Zwischentöne erkennen und setzen, Emotionen wecken, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge aufspüren, neues und kritisches Denken, Intuition und Improvisation – noch immer braucht es den Menschen, um gute Texte zu schreiben, die mehr sind als orthografische und grammatische Korrektheit und mehr wollen als trockene Informationsvermittlung.

Die Sprachmodelle haben die Textarbeit grundlegend verändert. Damit müssen Schreiber zurechtkommen. Ein durchdachtes Textkonzept bildet die Grundlage für Recherche, Vorformulierung und Grobstruktur von Inhalten, zusammen mit dem Sprachmodell. Fachwissen ist die Voraussetzung, um KI-Halluzinationen zu durchschauen. Und eine feine Feder ein Unterscheidungsfaktor für kreative Texte, die schlau sind und emotional berühren.